Alexander-Behm-Schule

Grund- und Gemeinschaftsschule

Alexander Behm

Dr. h.c. Alexander Karl Friedrich Franz Behm

Der Namensgeber unserer Schule, Karl Friedrich Franz Alexander Behm, war ein Physiker und Erfinder. Er entwickelt unter anderem das Echolot. Mit Tarp verbindet ihn seine Angelleidenschaft, der er vor allem im Ruhestand an der Treene nachging.

Ausbildung und erste Arbeitsstellen

Alexander Behm erblickte am 11. November 1880 im mecklenburgischen Sternberg das Licht der Welt. Im Jahr 1884 zog seine Familie nach Parchim, wo er von 1888 bis 1896 das dortige Gymnasium besuchte. Ein Musterschüler war er nicht. Der schon damals angelverrückte Junge musste sogar eine Ehrenrunde drehen. Nach der Mittleren Reife zog die Familie nach Hadersleben im heutigen Dänemark. Hier begann Alexander Behm eine Ausbildung zum Büchsenmacher. Behm hatte eine Vorliebe für die Metallbearbeitung an der Drehbank, trotzdem schloss er die Lehre nicht ab.

Von Hadersleben aus verschlug es Alexander Behm nach Karlsruhe an die Technische Hochschule. Hier konnte er auch ohne Abitur ein Physikstudium antreten, das er jedoch ebenfalls nicht beendete. Aufgrund seiner Begabung wurde er zum Assistenten von Prof. Dr. Otto Lehmann am Physikalischen Institut. Im Anschluss zog er nach Wien, wo er die Physikalisch-Technische Versuchsanstalt leitete. Hier entwickelte Behm seine Fähigkeiten in der Konstruktion physikalischer Präzisionsgeräte weiter. Hauptsächlich beschäftigte er sich mit akustischen Untersuchungen. Unter anderem erfand er dabei auch das Behm-Sonometer, ein Instrument zur Bestimmung von Schallstärken.

Die Entwicklung des Echolots

Seine Erfindung des Sonometers entwickelte er später in Kiel weiter zum Echolot. Sein Ziel war es, ein „Eisberg-Ortungssystem“ zu bauen. Angeregt wurde er zu der Erfindung, nachdem 1912 die Titanic gesunken war. Rund 1500 Menschen verloren damals ihr Leben. Die Ortung der Eisberge sollte mittels reflektierter Schallwellen erfolgen. In Kiel fand er die nötigen Wassertiefen vor, um seine Experimente durchführen zu können. Behm kaufte 1915 das alte Kanonenboot „Otter“ und baute es zu einem Laborschiff um. Nach acht Jahren intensiver Forschung brachte er sein Echolot zur Serienreife.

Für die Ortung von Eisbergen waren Schallwellen jedoch nicht geeignet. Die Reflexion von Schall durch Wasser und Eis ist dafür zu ähnlich. Stattdessen wurde das Gerät so weiterentwickelt, dass damit die Wassertiefe bestimmt werden kann. Schließlich ist es, wie er selbst sagte, „... viel wichtiger, die Meerestiefe zu loten als Hindernisse im voraus. Denn es laufen bekanntlich viel mehr Schiffe auf Grund auf als gegen Eisberge.“

Arbeiten und Leben in Kiel

Im Jahr 1920 gründete Alexander Behm in der Holtenauer Straße 198 in Kiel die Behm-Echolot-Fabrik. Von seiner Belegschaft liebvoll „Ich hab ’s!“ genannt, tüftelte der Erfinder stetig weiter. Am Ende seines Schaffens hatte Alexander Behm 110 Patente angemeldet. Darunter waren auch die „unhörbare Hundepfeife“, diverse Angelköder und andere Angelutensilien.

1928 verlieh die medizinische Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Alexander Behm die Ehrendoktorwürde der Medizin. Damit ehrte die Universität ihn für seine Erfindung des Echolots. Eine Erfindung, welche noch heute dazu beiträgt, viele Menschen vor dem Tode zu bewahren.

Tarp als zweite Heimat

Die Nationalsozialisten wollten ihn zur Entwicklung kriegswichtiger Echolote für die U-Boot-Flotte zwingen. Er zog sich daraufhin in seine Fischerhütte an der Treene nach Tarp zurück. Seine Leidenschaft galt immer noch dem Angeln. Er beabsichtigte, die Treene als Schongebiet für Fische einzurichten. Deshalb kaufte er alle Anglerkarten zwischen Frörup und Langstedt. Damit wurde er zum Gesamtpächter dieses Flussabschnittes, ohne dessen Zustimmung kein anderer hier angeln durfte. Noch im hohen Alter überquerte Dr. Behm Wassergräben und Stacheldrahtzäune, um an der Treene seinem liebsten Hobby zu nachzukommen.

Alexander Behm starb am 22. Januar 1952 in Kiel und wurde in Oeversee beigesetzt. An sein Leben und seine Verdienste erinnert unsere Schule mit seinem Namen.